Stresstest für Strategien
Die meisten Strategien entstehen nicht aus Visionen, sondern aus langweiligen, bunten Folien.
Auch scheitern bzw. wechseln sie zumeist mit den entsprechenden Köpfen und Hüten.
Allerdings erst, nachdem sie die Motivation der Mitarbeiter systematisch zermürbt haben.
Schlimmer als der willkürliche Wechsel von Strategien, ist jedoch, dass es den Ideengebern oftmals an einer Vision und einem klaren Bild der Zukunft fehlt. Ohne ein solches lassen sich jedoch Menschen nicht begeistern. Entsprechend mager ist dann auch die Unterstützung, die das Management für seine Pläne erhält.
Eine gute Strategie muss zwei Grundsätzen genügen: Sie muss vermittelbar sein und motivieren und auf der anderen Seite muss sie praktisch umsetzbar sein. Die meisten Strategien fokussieren jedoch nur auf das Praktische. Es sind technisch brillant aufbereitete, gut präsentierte aber blutleere und wenig ambitionierte Ideen. Häufig entpuppt sich eine solche „Vision“ sogar als alter Wein in neuen Schläuchen, als wenig mutige Mogelpackung.
Ein Stresstest prüft, ob eine Strategie nur heisse Luft ist oder tatsächlich das Potenzial besitzt etwas zu bewegen. Und auch, wenn das Ergebnis am Anfang nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt, profitieren Sie für alle weiteren Überlegungen von den bohrenden Fragen eines Advocatus Diaboli.
Die Fragen, die ich Ihnen und den Strategieverantwortlichen in den Interviews stelle, entspringen nämlich weder Branchenerfahrung noch der Tradition und dem Geist Ihres Unternehmens, sondern folgen allein dem logischen Denken und einem unverstellten, neugierigen Menschenverstand. Sie sind nicht betriebsblind, noch nehmen sie Rücksicht auf alte Zöpfe und Seilschaften. Sie geben Ihnen ungeschminkt Antwort.
Haben Sie den Mut in den Ring zu treten und herauszubekommen ob Sie ein klares Bild von Ihrer strategische Vision haben und ob diese begeistern kann?
Ein Stresstest für eine Strategiebewertung benötigt zumeist zwei bis drei Tage an Interviews mit den Verantwortlichen und noch einmal etwa zwei Tage Recherche und Nachbereitung.Strategisches Planen ist wertlos -
es sei denn, man hat zuerst einmal eine strategische Vision.
John Naisbitt